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Stadt, Land, Tempel

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Seit etwas über drei Wochen bereisen wir nun schon Südostasien, angefangen mit Thailand und der überwältigenden Kulisse Bangkoks. Weiter ging es zum Power-Entspannen an den Stränden der Insel Koh Chang, ein Aufenthalt der sich durch ein kleines Roller-Maleur geringfügig verlängerte. Und schließlich nach Kambodscha, dem Land der Khmer, wo man vor lauter Tempeln die Tempelstadt nicht sehen kann.

Nun aber nochmal von vorne. Ende Juli verlassen wir Indien von Delhi aus und fliegen nach Bangkok, Hauptstadt und Dreh- und Angelpunkts jeden Fortschritts in Thailand. Kaum die ersten Schritte in dieser verrückten Stadt gelaufen, sind wir bereits geplättet. Hier gibt es ein vorzeigbares Metro-Streckennetz, jede Menge Wolkenkratzer, stylische Menschen wohin das Auge blickt und – Achtung Achtung – richtig frische Luft (später stellen wir fest, dass dies an den vielen Gas-betriebenen Fahrzeugen liegen muss). Das laute, schmutzige und wilde Indien, so wie wir es erlebten, liegt plötzlich unendlich weit hinter uns. Wir schlendern durch Bangkok und können nur staunen. Das ist das aufstrebende Asien, wie wir es uns vorgestellt hatten. Dabei ist es auch noch auffällig kleinlaut, hier hupt gar keiner im Straßenverkehr!

Problemlos finden wir zu unserem Hotel. Dies mal wird es richtig schick, denn Melanies Geburtstagsgeschenk sind zwei Nächte in einer schicken Bleibe – und ist sie nicht schick!! Völlig fehl am Platz wirkend, stehen wir mit Wanderschuhen, indischer Schlabberhose und Rucksack in der geräumigen Lobby. Schon bekommen wir ein Begrüßungsarmbändchen aus Blumen und einen Begrüßungsgetränk in die Hand gedrückt. Was für ein Empfang! Wir bestätigen noch die Reservierung für ein Abendessen im Restaurant auf der Dachterasse im 61. Stock und werden freundlich darauf hingewiesen, dass der Dresscode „smart casual“ sei. Na das passte ja so gar nicht in unser fünf Sterne Reisegepäck! Obwohl – schleppt Matthias nicht seit Monaten ein feines Hemd mit sich herum, in der Hoffnung, doch mal von einem Staatspräsidenten zum Kafi eingeladen zu werden? Für ihn also doch kein Problem. Melanie, die in letzter Zeit ja eigentlich nur das Verhüllen geübt hat, steht da schon eher auf verlorenem Posten. In Bangkok ist das aber natürlich alles kein Problem und in null komma nichts finden sich Rock und Oberteil. Ein späterer Blick ins Etikett enthüllt das Undenkbare: der Rock sei smart und das Oberteil tatsächlich casual. Bingo – könnte man sagen. Und so verbingen wir unsere ersten Tage in Thailand höchst zivilisiert und luxeriös, schlendern casual durch die Gassen und lassen uns sogar zu der ein oder anderen äußerst smarten Unterhaltung hinreißen. Das ganze natürlich aufgelockert von einigen wilden Spilunken-Gassen mit billigem Bier und zweifelhaftem Sushi. Ach wie ist das Leben schön.

Melanie lässt sich nur schweren Herzens von diesem strahlenden Funken Zivilisation losreißen. Nach drei Tagen ist es dennoch so weit und das Ziel bei weitem nicht zu verachten: Mit Bus und Fähre fahren wir nach Koh Chang, eine Insel vor der Thailändischen Küste, nahe zur Grenze Kambodschas. So weit wie möglich entfernt von den Partystränden suchen wir einige einsame, ruhige Tage unter Palmen. Nun noch einen Roller gemietet und die Insel ist für uns eigentlich grenzenlos erkundbar. Gleich springen wir auf, rollern los... Links, Rechts – fährt sich ja nicht ganz wie die Royal Enfield in Indien. Eben doch kein Motorrad. Diese Erkentnis kam dann aber leider doch eine Kurve zu spät, als wir bereits rausgeflogen waren und verschrammt im Dreck lagen. Mist. Es ist eines dieser Missgeschicke, das praktisch in Zeitlupe passiert und wo man jederzeit denkt, dass man es doch noch irgendwie abwenden kann. Dank niedriger Geschwindigkeit passiert uns nicht wirklich viel, die Schrammen am Roller kosten uns etwa 20€ beim Verleih, die Schrammen am Körper kosten uns einige Lagen Haut und ein wenig Freiheit während dieses Inselurlaubes. Denn auch nachdem alles ausgewaschen, desinfiziert und versorgt ist, zwickt und zwackt der Körper nun doch ordentlich. Wir nehmen diesen Wink des Schicksals hin, verwerfen alle Pläne für Aktivitäten und geben uns dem Liegestuhl für einige Tage mit vollem Einsatz hin. Das Wetter hält sich während dieser Zeit rücksichtsvoll zurück, bleibt leicht bedeckt und so müssen wir nicht mal Sonnencreme in die Wunden schmieren, können einfach vor uns hin heilen und dass auch noch in einem Bungalow direkt am Strand. Auf Matthias wartet zudem noch jede Menge frischer Fisch, während Melanie das Für und Wider von Indischem vs. Thailändischem Curry abwägt. Wahre Invaliden-Idylle, nur gestört vom nächtlichen Geschnatter unserer Zimmergenossen: Gekkos, die klingen wie Spatzen!!

Kaum nimmt die Krustenbildung ihren Lauf, tummeln sich auch schon die Hummeln im Hintern. Der Rucksack lässt sich wieder schmerzfrei tragen und das ist unser Signal, dass es weiter gehen kann. Immerhin planen wir seit einiger Zeit, zwei von Melanies Freundinnen aus dem Bachelor in Kambodscha zu treffen. Wir haben bereits jede Menge Schauermärchen über die Grenzübergänge zwischen Thailand und Kambodscha gehört. Wenn man nicht aufpasst, verlangt der Grenzbeamte hier noch die letzte Unterhose als Bestechung! Mental haben wir uns ordentlich gewappnet und bereits ein elektronisches Visum beantragt und ausgedruckt um keinen Raum für Bestechungsgelder zu lassen. Beinahe kriegt man uns aber doch mit einem Pseudo-Gesundheitstest zum Wucherpreis von 2$, bei dem man in ein Gerät pusten soll, dass an den Alkoholtest für Autofahrer erinnert. Solchen Schabernack lehnen wir dankend ab und holen uns ohne weitere Zwischenfälle den Einreisestempel. Nun nur noch den richtigen Bus für die Weiterfahrt finden, das Ticket haben wir bereits für die ganze Strecke bis nach Phnom Penh gekauft. Busse sehen wir allerdings keine, dafür aber einen Herren, der darauf besteht, zu besagtem Unternehmen zu gehören. Er schwört, dass alle Busse bereits weg seien, denn wir haben die Grenze später erreicht als geplant. Aber kein Problem, einfach ordentlich drauf legen und wir werden sofort mit einem Privatauto gefahren. Nicht mit uns, wir wollen keinen Cent mehr zahlen. Schlussendlich warten wir ihn einfach ein wenig aus und sobald er noch andere Reisende mit dem Ziel Phnom Penh gefunden hat, werden wir alle tatsächlich mit einem Privatauto und ohne Aufpreis weitergefahren.

Nach knapp zwölf Stunden Gesamtreisezeit kommen wir schließlich in Phnom Penh an. Bereits die Hauptstadt Kambodschas verrät, dass wir hier noch mal in eine andere Welt als Thailand eintauchen. Eine Welt deren Geschichte nur so sprudelt vor Ausergewöhnlichkeiten. So viele Tempel der Ankor Zeit, die sich wie Sommersprossen über die Landkarte verteilen. Menschen die sich zu Späßen hinreißen lassen, wie wir es bisher selten gesehen haben und gleichzeitig nicht ganz erholt wirken von den Schrecken der Roten Khmer und dem Völkermord, den sich dieses Land vor knapp 40 Jahren angetan hat. Es juckt uns in den Fingern, mehr über Kambodscha zu erfahren. Kaum treffen wir die Bachelor-Freundinnen Sarah und Kerstin, die bereits drei Wochen in Vietnam unterwegs waren, lassen wir uns von ihrem Eifer und dem zügigen Reisetempo anstecken – vor lauter Welttronauten-Dasein sind wir mittlerweile doch etwas langsamer unterwegs und gönnen uns größere Pausen zwischen Reisetagen. Aber nun Augen auf, Fuss auf‘s Pedal – Wir kommen!

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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