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On the road again

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Der Yosemite Park wäre nicht halb so toll gewesen, hätte er uns nicht Lust auf mehr gemacht. So sind wir nun auf dem Weg, durch das Death Valley hindurch, auf den Wüstenstraßen Nevadas entlang bis nach Utah, in den Zion Nationalpark. Das Wandern hat noch lange kein Ende. Das Autofahren auch nicht. Am Schluss warten die bunten Lichter von Las Vegas.

Niemals sollte man in den USA die Entfernungen unterschätzen. Selbst wenn man es genau weiß –hier rechnet man in Meilen – immer wieder verschätzt man sich. Eben dies realsisieren wir mal wieder auf unserem Weg gen Osten. Umwerfende Landschaften im Norden des Yosemite Parks führen uns auf die Straßen Nevadas. Wo man links und rechts überhaupt nichts außer Wüste sieht, der Highway immer schnurstraks geradeaus führt und einen nur die Schilder „Hitchhiking prohibited. Prison area.“ daran erinnern, dass es überhaupt noch eine Zivilisation gibt. Dabei zieht der Tag an einem vorbei und ehe man sich versieht, sucht man schon ein Motel für die Nacht. Wenn auch noch Gegenstand der ein oder anderen Überlegung, dem Zelten haben wir eigentlich schon entsagt. Nachts sinken die Temperaturen gegen den Gefrierpunkt. Es ist Herbst. Und so schön die bunten Blätter und die klare kühle Luft auch sind, weder unsere Kleidung und erst recht nicht die Campingausrüstung sind dafür geeignet.

Auf dem Weg zum Zion Nationalpark, durchfahren wir das Death Valley. An dieser Stelle lohnt es sich, zu überlegen, was man sich unter dem Death Valley eigentlich vorstellt...

Wir können uns zwar nicht exakt an unsere Erwartungen erinnern, vielleicht war der dicht bewachsene Yosemite Park auch einfach zu schön, aber wir kommen nicht umhin etwas enttäuscht vom Death Valley zu sein. Es ist eben Wüste. Brutal kahl und irgendwie trostlos. Es wirkt quasi wie ein totes Tal. :) Die heißesten Temperaturen werden hier gemessen, bis zu 57° Celsius. Schwups, so schnell ist man dann wieder froh, im Herbst zu reisen, wo es sich bei minimal schweißproduzierenden Temperaturen von etwa 30° mit offenem Fenster doch sehr gut aushalten lässt. Empfohlen wird ohnehin, nicht mit Klimaanlage zu fahren, um den Motor nicht zu überhitzen und eine Panne im toten Nirgendwo zu vemeiden. Ein durchaus sinnvoller Hinweis.

Meile um Meile, Yard um Yard, Fuß um Fuß kämpfen wir uns durch das verdorrene Tal und durch die nicht viel bewachsenere Landschaft, die uns hinter dem Park erwartet. Dann erreichen wir die kleine aber stolze Stadt Hurricane. Hätte Karl May den wilden Westen je bereist, wäre dies wohl ein passender Ort gewsen.

Etwa 20 bis 25 Meilen von den verschiedenen Eingängen des Zion Nationalparks gelegen, lassen wir uns hier für die nächsten Tage nieder. Bewaffnet mit jeder Menge Bagel, Frischkäse, Avokado und Gemüsehäppchen haben wir einige Pläne für Wanderrouten gemacht und legen direkt los. Hauptziel für viele Wanderer ist wohl der Zion Canyon selbst. Roter Sandstein ummantelt ein bewachsenes Flussbett unter strahlend blauem Himmel. Grüne, orangene, gelbe und rote Blätter überall. Mit diesen bunten Farben malt nur der Herbst. Wenn auch atemberaubend schön, fühlt man sich im Zion Canyon der Natur doch lange nicht so nah, wie im Yosemite. Jeder Weg ist hier präpariert, breit ausgetreten und wimmelt (es ist auch noch Wochenende) von Menschen, die eher nach einer Runde Golf als einem Wandermarsch aussehen.

Wir genießen zwei Tage des moderaten Wanderns, mit dem Blick eher nach oben und auf die Landschaft gerichtet als auf die vielen Menschen um uns herum. Für unsere vorerst letzte Wanderung nehmen wir uns aber noch mal etwas größeres vor. Im Norden des Parks liegt Kolob Canyon. Eine ca. 14 Meilen Route führt zuerst ins Tal hinein und dann zum Kolob Arch. Einem Steinbogen, der sich vor Ewigkeiten als Resultat eingebrochenen Gesteins geformt hat und eine durchaus vorzeigbare Modelkarriere bei Google hinlegt. Schaut gut aus. Schaun wir uns mal an.

Warm eingepackt wie noch nie auf unserer Reise, machen wir uns bei den bisher wohl niedrigsten Temperaturen um die 4° Celcius auf den Weg. Eine Premiere für unsere Skiunterwäsche, die bisher fleißig mitgeschleppt wurde und nun Matthias‘ Look eines absoluten Alm Öhis vollendet. Nach einigen Stunden des stetigen bergabs stehen wir schließlich vor Kolob Arch. Oder besser gesagt unter. Durch die Baumspitzen kann man den Bogen eben so erkennen. Nach einem Bogen sieht es aus dieser Perspektive nicht wirklich aus und er ist schon verdammt weit weg. Das sah online irgendwie besser aus... Ein Punkt für das Internet, null Punkte für Matthias und Melanie. Naja, immerhin haben wir ein prima Work-Out und eine toll Wanderung, dann steht es wohl doch eins zu eins.

So angenehm es auf dem Hinweg stetig bergab geht, so fies geht es nun nämlich stetig bergauf. Zum Ende hin immer steiler und schließlich sitzen wir völlig ausgepowert aber seeeehr glücklich auf dem Parkplatz und inhalieren die letzten Überbleibsel unseres Proviantes. Das war ein ordentlicher Abschluss für unsere Nationalpark-Wander-Episode.

Wir verlassen das Örtchen Hurricane. Unser Zelt, dessen Zeit nun wirklich abgelaufen ist, findet aber erst noch ein neues Zuhause in der Hurricane High School. Ein Schulleiter, wie er im American-High-School-Buche steht, nimmt es dankbar und breit lächelnd entgegen und verspricht uns, dass es fortan bei den Ausflügen im Erdkundeunterricht zum Einsatz kommt. Mit diesem unscheinbaren Ort werden wir fortan mehr verbinden, als wir es ursprüglich gedacht haben.

Mit einem kleinen Schritt für das Auto, aber einem großen Schritt für unseren bald schon überforderten Wahrnehmungsapparat lassen wir die Natur hinter uns und fahren auf einen Abstecher nach Las Vegas. Bunte Lichter, ding-dingelidingende Spielautomaten und praktisch am Knopf klebende Spieler, viel nackte Haut und Alkohol an jeder Ecke. Viva las Vegas? Wir fühlen uns fast etwas unlebendig hier. Erstickt im Konsum und etwas schockiert davon, wie unnatürlich die Stadt tatsächlich wirkt. Da es ein Wochentag ist, kommen wir günstiger als in vielen Motels in einem durchaus schicken Zimmer unter. In vollen Zügen nutzen und genießen wir den Fitnessraum und die Saunalandschaft – Orte, die im Gegensatz zum Casino nur sehr dürftig von anderen Gästen besucht werden. Schwitzen ist wohl keine offiziel anerkannte Spaßaktivität. Heiraten dafür bekanntlich aber schon und damit es auch richtig verrückt zugeht, werden sogar Bungee-Hochzeiten angeboten. Dabei kann man sein „Ja“ der oder dem Liebsten entegenbrüllen, während man dem Boden entgegenstürzt. „Sich trauen“ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. So verlockend es auch klingt – wir können uns beherrschen. Ganz knapp entkommen wir auch der Versuchung einer Trauung auf dem Schießstand, beim Fallschirmsprung, im Helikopter, als Speedy Variante (10-15 Min) im „Drive-Thru“ oder ganz klassisch mit Elvis in der Casinokapelle.

Und wenn sie nicht verheiratet sind, dann reisen sie noch heute. Eure räudigen Welttronauten.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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